WELTLITERATUR

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normal Geschichte der Anne Frank

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30 Aug 2016 11:42 #1

Eine Stimme spricht für sechs Millionen – nicht die Stimme eines Weisen oder eines Poeten, sondern die eines gewöhnlichen kleinen Mädchens
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Dieses Buch gehört eindeutig zur Weltliteratur, wenn auch zur neueren.

Ihre Famlie und sich 25 Monate in einem Hinterhaus dem Zugriff der Nazis entzogen und staben zum Schluß schließlich doch im KZ. Lediglich ihr Vater überlebte, der dann später die ihm von einer guten Fee aus dieser Zeit, die Tagebücher von Anne Frank bekommen hatte, die diese "rechtzeitig" gefunden und aufbewahrt hatte.

Anne Frank war beseelt von dem Wunsch, Schriftstellerin zu werden, und das wäre sie wohl auch heute. Die Qualität ihres Schreibstils galt und gilt als hoch.

Einige Stimmen:
Schriftsteller Meyer Levin: Das Buch hat die Spannung eines gut konstruierten Romans.
Melissa Müller (Biografin): Schreibt einen präzisen, sicheren, ökonomischen Stil, dessen Ehrlichkeit verblüfft.
Auch ihr Vater ist verblüfft über den erstaunlichen Schreibstil seiner Tochter.

Die Aufzeichnungen entstanden, als Anne Frank vom Mädchen zur Frau wurde. Ihr Vater hat deswegen bewußt darauf bestanden, daß ihre erotischen Formulierungen nicht veröffentlicht wurden.

Anne Frank finde ich heute wichtiger und aktueller denn je, denn ihre Botschaften sind letztlich wichtig und segensreich und deswegen gehört es zu den Büchern, die man gelesen haben muß und nie vergessen darf.

Fremdenfeindlichkeit und Intoleranz gegen alles was "anders" ist, sind heute aktueller denn je. Die Botschaft ist klar und sehr sehr herzensnah für uns erlebbar - wenn wir uns die Zeit nehmen.

Nie nie nie wieder dürfen wir es zulassen, daß Diskreminierung, Intoleranz, Ausgrenzung von Minderheiten die Oberhand gewinnen.

Respekt vor dem Nächsten an dessen Stelle erwirken, auch wenn es der schwerste Weg ist.

Junge Leute fragen naturgemäß häufig nach dem Sinn des Lebens oder aber nach dem Unsinn von Tod, Vernichtung und Gewalt. Hier können sie Geschichte hautnah spüren.

Richtig interpretiert und angewandt kann die Geschichte der Anne Frank uns helfen Zukunft zu gestalten.

Und
leider leider leider erschreckt mich die aktuelle Zweischneidigkeit.
Wir erinnern uns, daß man in Deutschland nicht müde wurde, öffentlich gegen Kriege in Vietnam und vielerei sonst zu protestieren und die Welt aufschrie, was manchmal politische Reaktionen erzwungen hat. Joschka Fischer hatte vor dem Irak-Krieg sich getraut, den US-Verteidungsminister anzubrüllen!!!! Steinmeier maßregelt Russland nicht nur nicht öffentlich, sondern läßt sich lachend neben Lawrow fotografieren, der direkt verantwortlich ist.

Was tut jeder von uns? Derzeit geht ein Bild von Omran aus Alleppo um die Welt, der geschockt im Rettungswagen sitzt. Wir alle finden das schlimm - aber am 29.8. sollten vor dem Brandenburger Tor 100.000 Gegner des russischen Angriffskrieges in Syrien demonstrieren. Soweit ich gelesen habe, war "niemand" da. Na toll. Voll die Gewöhne. Echt.

Ilja Ehrenburg (Sowjetunion) formuliert es gut:
Eine Stimme spricht für sechs Millionen – nicht die Stimme eines Weisen oder eines Poeten, sondern die eines gewöhnlichen kleinen Mädchens

Können, wollen wir nicht mehr zuhören? Nicht mehr "lesen"?

Eure Winni

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30 Aug 2016 19:20 #2

Das "Tagebuch der Anne Frank" zählt sicherlich nicht zu den "vergessenen Büchern", denn in Deutschland gehört es zur Schullektüre. Aber Du hast insofern recht, als dass das theoretische Rüstzeug aus Büchern immer weniger zum praktischen Handeln führt. Ich bezweifle nur, dass das Klagen darüber etwas ändert. Ich denke, man sollte sich vielmehr überlegen, wie wirkungsvoll etwas geändert werden kann. Dahin gehen übrigens auch die Aufsätze "Spaltung der Literatur". Ich bin der Meinung, dass Literatur Einfluss nehmen kann - aber nicht, wie sie heute betrieben wird. Im Übrigen sollte jeder für sich selbst entscheiden, ob und wie er die Welt verbessern möchte. Wer nichts tut, hat entschieden, dass die Welt so, wie sie ist, für ihn in Ordnung ist.

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31 Aug 2016 14:53 #3

In einer Weise gehört das Tagebuch schon zu den vergessenen Büchern. Denn fast jeder glaubt, seinen Inhalt zu kennen, ohne es gelesen zu haben. (Hier muss ich mich selber an der Nase nehmen, was für einen Kater anatomisch nicht so ganz einfach ist. Ich werde meinen Büchsenöffner bitten, es statt meiner zu tun und das Buch gleich zu bestellen). Und wenn ein Buch in der Schule Pflicht-Lektüre war, dann sind die Chancen um so grösser, dass es bald zu den vergessenen Inhalten gehört. Es ist also schon wichtig, dass jemand darauf hin weist, weshalb das Buch - jetzt - hier - als Erwachsener - von Bedeutung sein könnte.

Nachtrag: Ich habe bei der Bestellung bei Amazon auch die - erstaunlich zahlreichen - negativen Kritiken gelesen. Langweilig, belanglos, anstrengend zu lesen.... - Das zeigt doch, dass es gar nichts nützt, so ein Buch in der Schule zur Pflichtlektüre zu machen Oder sagen wir besser: dass es nur auf wenige Schüler eine Wirkung hat - wie eben sonst im Leben nur auf wenige Menschen.

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