WELTLITERATUR

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normal Die Päpstin

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23 Aug 2016 15:50 #7

Per Definition ist Literatur grundsätzlich "geschriebenes". Weltliteratur hat da schon einen höheren Anspruch als etwa der Einkaufszettel. Der Begriff wurde von Goethe geprägt und sollte die "anspruchsvollen" Bücher von denen unterscheiden, die bloß unterhalten. Was zur Weltliteratur zählt und was nicht, wird zwar nicht von uns entschieden, aber man kann dem allgemeinen Konsens wohl grundsätzlich trauen. Du befindest Dich nun allerdings in einem kleinen Kreis, der sich eher mit den Büchern der Vergangenheit beschäftigt. Ich selbst hinke der Gegenwart wohl noch mehr hinterher als Carl, den mein Spezialgebiet ist eigentlich die Antike. Aber das soll hier nicht die Richtschnur sein. Wir wollen und über Literatur austauschen - das Erscheinungsdatum spielt dabei keine Rolle.

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23 Aug 2016 21:18 #8

Die Blechtrommel

Da gibt es naturgemäß wenige Leute, die sich in der länger vollendeten Vergangenheit auskennen. Ich mag da jetzt wegen der Definition nicht bohren, wenn ich Deine Formulierung genau nehme, habe ich, wenn ich ein E-Book mit Inhalt "Die Blechtrommel" von Günter Grass herunterlade keine Literatur?

Die Blechtrommel gibt es auch als Buch, aber was ist, wenn es ähnlich wertvolles nur als E-Book gibt? Ist das dann keine Literatur? Mal angenommen, daß der Inhalt gleichwertig solchen Inhalts wie die Blechtrommel ist, aber nicht ein Wort gedruckt sondern am PC erfaßt und komplett elektronisch weiterverarbeitet wurde.

Würde, wenn ich die Blechtrommel als Lieblingsbuch finden würde und dazu Meinung habe, das für hier eher zu neu sein, weil man sich hier eher weniger mit der neueren Zeit befaßt?

Die Blechtrommel halte ich für einen wichtigen, wenn nicht den wichtigsten Beitrag der Literatur der Nachkriegszeit.
 


Bin gespannt, wie 'Du/ihr das seht.

Eure Winni
  

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24 Aug 2016 04:49 #9

Naja, das ist eine sophistische Fragestellung. Gäbe es ein Werk tatsächlich nur als e-book, müsste es ja trotzdem vorher von jemandem "geschrieben" worden sein. Deiner Definition "Buchstabenschrift" nach wäre das Gilgamesch-Epos ja auch keine Literatur, weil es in einer Silbenschrift (Keilschrift) überliefert wurde.
Interessanter erscheint mir die Frage, warum Du die "Blechtrommel" als wichtig empfindest. Welche Wirkung hat es auf Dich gemacht, was hat dieses Buch verändert? Aber ich denke, dafür sollte dann ein neuer Thread eröffnet werden.

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24 Aug 2016 06:19 #10

Hallo Peer,

ja da zu der Blechtrommel bzw. Günter Grass könnte man ein neues Thema aufmachen, aber darum ging es mir an dieser Stelle noch nicht.

Eher geht es mir darum, ob ich den roten Faden des Systems hier verfälschen würde, wenn ich mich nicht so intensiv wie Du und Carl mit antiker Literatur auskenne (ein wenig zwar, aber im Vergleich..) und durch neueres "Spannung herausnehme". Daß wir hier zu der Päpstin mal einen richtigen Austausch entwickelt haben, ist ja genau Sinn der Sache. Was natürlich schwer möglich ist, wenn die Gebiete "weit" auseinanderliegen.

Eure Winni

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30 Okt 2017 21:31 #11

:-) - So geht es mir sehr oft auch in privaten Diskussionen: Man greift ein konkretes Thema auf, und in kurzer Zeit landet man weit entfernt bei ganz anderen, grösseren Fragen. Ob wir die Antworten wissen und wer recht hat - das ist dabei gar nicht so wichtig Es ist dieses lebendige Fragen das zählt - solange wir das haben, leben wir.

Was mich bei der Diskussion um die Entwicklung der Literatur positiv stimmt, ist die Tatsache, dass auch heute uralte Texte und Inhalte in neuer, zeitgemässer Form erscheinen. Zum Beispiel die Legende der Prinzessin Kaguya aus dem 10. Jahrhundert als Zeichentrickfilm, oder aus dem vierten Jahrhundert das Tao Te King als Comic-Book (Chih-Chung Tsai). Dieser erfrischende Strom wird so bald nicht austrocknen.

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