WELTLITERATUR

Geschichtlich haben wir eine grobe, sich überschneidende Aufteilung vorgenommen:

  • von Homer bis Erasmus 
    bei den ersten schriftlichen Zeugnissen der Menschheit beginnend
  • von Dante bis Arno Schmidt  
    ab Ende des Mittelalters bis gegen Ende des zwanzigsten Jahrhunderts

Für jeden Teil gibt es zwei Darstellungen:

  • Übersicht 
    Eine Auswahl der wichtigsten Autoren und Werke verschiedener Sprachregionen auf einer Zeitachse präsentiert, angereichert mit einigen Daten aus Geschichte, Religion, Kunst und Wissenschaft.
  • Liste der Autoren und Werke 
    Liste der Autoren, nach Geburtsdatum aufsteigend, mit ihren wichtigsten Werken. Mit einer Kennzeichnung der Werke, die wir zu lesen empfehlen, und solchen, die "nur" wegen ihrer Bedeutung in der Literaturgeschichte aufgenommen sind.

Wir stellen uns vor, dass die Benutzer diese Tabellen (Excel) auch herunter laden und nach eigenem Gutdünken ändern oder erweitern können. Vielleicht will eine Person die Autoren, die ihr noch unbekannt sind, farblich markieren. Oder die Liste der Autoren mit den eigenen Lieblingen ergänzen, usw.

Von anderen Lese-Listen oder Literaturverzeichnissen unterscheidet sich der Inhalt in folgenden Punkten:

  • Aufnahme von Werken aus Philosophie und Religion
    Die im deutschen Sprachraum übliche strikte Trennung zwischen 'Literatur' und anderen Gebieten führt dazu, dass in vielen Darstellungen zwischen dem Ende der Antike und dem Ende des Mittelalters ein schwarzes Loch von fast tausend Jahren besteht, mit ein paar eingestreuten Minnesängern. 
    Das mag vom akademischen Standpunkt aus richtig sein, hilft aber Lesern nicht weiter, die geistige Entwicklungen und Einflüsse überschauen wollen. Im englischen Sprachraum ist man da toleranter. [1]
  • Aufnahme „zweitrangiger“ Literatur
    Werke, die eher zur Unterhaltungsliteratur zählen, die aber weit bekannt und interessant zu lesen sind, auch als Zeitdokument, wie z.B. Verne, Twain, Cooper, Knigge, Meyrink.
  • Einbezug der aussereuropäischen Literatur
    Die geistige Entwicklung der Menschheit verlief nicht nur geradelinig von der griechischen und römischen Antike über das christliche Mittelalter bis in die Neuzeit. Auch Werke aus dem asiatischen Raum oder zum Beispiel die jüdischen und arabischen Einflüsse gehören in ein Gesamtbild.
  • Einbezug von geschichtlichen, wissenschaftlichen und kulturellen Daten
    Solche Daten sind nur spärlich als Orientierungspunkte aufgenommen. Es würde die Darstellung überladen, wenn man auch noch den Verlauf der Geschichte oder Kulturgeschichte aufzeigen wollte. Herrscher und Kriege sind weitgehend weggelassen. 

Wir sind uns bewusst, dass unsere Darstellung „unvollständig“ ist und es wohl auch immer sein wird. Zum Beispiel sind Autoren aus dem asiatischen Raum noch spärlich vertreten. Andererseits sind Werke enthalten, die nach anderer Meinung nicht dazu gehören. Die Frage, wer hier „recht“ hat, ist müssig. Wir streben keine Vollständigkeit an, sondern eine brauchbare Uebersicht.

Besonders in Bezug auf die zweite Hälfte des zwanzigsten Jahrhunderts standen wir vor der Wahl, entweder Dutzende von Namen aufzunehmen oder nur wenige. Wir fanden das letztere sinnvoller.

Bei der Datierung von Werken der Neuzeit stellt sich die Frage, ob wir das Erscheinungsdatum wissen wollen, das meist eindeutig bekannt ist, oder ob wir fragen, wann ein Werk entstanden ist, was nicht immer so klar ist. Im Hinblick auf die Biographie des Autors finden wir es interessanter zu wissen, ob er das Buch im Alter von zwanzig oder von siebzig Jahren geschrieben hat. Deshalb versuchen wir aufzuzeigen, wann das Werk entstanden ist, unabhängig vom Erscheinungsdatum, und nehmen dabei Unsicherheiten in Kauf.

Dass Lebensdaten von Personen der Antike mit Vorsicht zu geniessen sind und oft je nach Quelle sehr unterschiedlich angegeben werden, versteht sich von selbst.

Für die Mitteilung von Fehlern oder unverzeihlichen Lücken sind wir dankbar.


[1] Im empfehlenswerten Oxford Companion to English Literature finden sich Einträge über Plato, Marcus Aurelius, Spinoza, Immanuel Kant oder auch Benvenuto Cellini, nicht aber im Brockhaus Literatur.

Ein Philosophen-Gelage, das ausartet...

Lese-Empfehlung

Gastmahl

Lukian von Samosata

Das Gastmahl (Symposion) 

Der reiche Gastgeber, Aristainetos, wollte seine Bildung zeigen. Sieben Philosophen sind Ehrengäste am Hochzeitsmahl seiner Tochter. 
Die führenden Köpfe der grossen Philosophenschulen. Stoiker, Epikureer, Platoniker, Kyniker...

Kaum hat man sich zu Tisch gelegt und vom gemischten Wein getrunken, beginnt der Streit.
Nicht um philosophische Fragen. Wer hat den besseren Platz, die grössere Portion bekommen. Gehässige persönliche Angriffe, die in eine wilde Schlägerei ausarten. Und der naive Erzähler Lykios wundert sich, dass sich diese Gelehrten real ganz anders verhalten, als ihre Philosophie es den Menschen vorschreibt.

Lukian, geboren ungefähr im Jahr 120, also ein Zeitgenosse von Apuleius, zeigt uns, dass man sich die Autoren der Antike nicht unbedingt als trockene Professoren vorstellen muss. Das kleine Büchlein (Reclam) ist eine freche und witzige Parodie auf das berühmte "Gastmahl", das Platon über 500 Jahre früher geschrieben hat.